Jugendaustausch 2010 in Taio

vom 31.05. – 06.06.2010

Jugendaustausch zum 10. Mal

Wieder in den Pfingstferien fand mit dem einwöchigen Jugendaustausch zwischen Heroldsberg und Taio ein kleines Jubiläum statt. Zum 10. Mal reisten Heroldsberger Jugendliche ins Abenteuer: eine Woche Aufenthalt bei unseren italienischen Freunden in Taio. 13 Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren machten sich mit den Betreuern Evi Vogel, Susanne Kolberg und Fritz Müller auf den Weg ins sonnige Italien. Während in Deutschland bei Starkregen und niedrigen Temperaturen die Menschen froren, auf dem Brenner die eine oder andere Schneeflocke vom Himmel fiel, erwartete uns strahlender Sonnenschein in Trento.

Allein die Zugfahrt ist für die Jugendlichen jedes Mal ein erster Höhepunkt. Kaum im EC von München nach Trento wurden die Sitze zu einer einzigen Fläche zusammengeschoben und die nächsten 5 Stunden waren ein einziges Spielen und Toben. In Trento dann bei wunderschönen 27 Grad lud Betreuer Fritz Müller die Jugendlichen zu einem ersten italienischen Gelato ein. Dabei verging die eineinhalbstündige Pause wie im Flug. Nach weiteren 50 Minuten mit der Schmalspurbahn Trento – Male trafen wir wie immer etwas gespannt aber doch freudig erwartungsvoll in Taio ein. Den restlichen Montag verbrachten dann alle in ihren Gastfamilien.

Am Dienstag ging es bereits früh um acht los nach San Romedeo, einer Franziskaner-Wallfahrtskirche in der Umgebung von Taio. Zuerst mit Kleinbussen und dann zu Fuß über einen speziellen Klettersteig, welcher auf halber Höhe in den Bergen angelegt wurde. Es gab herrliche Ausblicke bei der kleinen Wanderung. In der Wallfahrtkirche angekommen, konnten dann über hunderte von Treppenstufen gleich drei Kirchenräume besichtigt werden.

Am Mitttwoch feierten wir gemeinsam den italienischen Nationalfeiertag. Das hieß, die Eltern hatten alle Zeit und jede Familie unternahm mit dem Gastkind etwas Besonderes. Die einen fuhren ins Aqualand am Gardasee, andere fuhren nach Bozen oder nach Trento. Der Tag stand also ganz im Zeichen der italienischen Familien.

Donnerstagmorgen ein kleiner Abenteuerausflug nach Fondo: der dortige Canyon Novello war unser Ziel. Ca. zwei Stunden dauerte die Erforschung unter fachkundiger Führung. Den Nachmittag verbrachten die Jugendlichen wieder bei ihren italienischen Gastfamilien. Am späten Nachmittag dann Ankunft des Busses mit den Heroldsberger Gästen, welche im Rifugio Sores untergebracht waren. Alle waren glücklich dem schlechten Wetter in Deutschland entflohen zu sein. Am Abend dann ein Festmahl zusammen mit unseren italienischen Freunden.

Der Freitag begann mit einem Besuch des einzigen Handwerksbetriebs der Welt, welcher noch Peitschen herstellt. Aus Zürgelholz entstehen dort die Peitschen, welche heute noch für Pferdekutschen, von Jockeys, usw. benutzt werden. Danach besuchten wir eine Apfelessigfabrik. Diese Fabrik hat ihr Spektrum bereits erweitert und stellt mittlerweile auch Apfelsaft und Spumante aus Äpfeln her. Nach einem Glas Apfelsaft ging es nach Hause zum Mittagessen. Am Nachmittag dann eine Wanderung zum Castello Thun. Eine schweißtreibende Angelegenheit bei 31 Grad im Schatten und Steigungen mit bis zu 20 %! Aber unsere Jugendlichen erwiesen sich als aktive und fitte Wanderer und meisterten jede Hürde. Die Besichtigung im Castello selbst wurde dann in deutscher Sprache durchgeführt. 19 Jahre wurden Schloss und Inventar restauriert und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Selbst die Jugendlichen waren beeindruckt. Die Heroldsberger Busfahrer verbrachten derweil ihren Tag am Gardasee in Bardolino beim Spaziergang und einer Weinprobe.

Am Samstag war dann letzter Schultag in Taio. Die deutschen Jugendlichen halfen ihren Gastgeberkindern diesen „schweren“ Tag zu überstehen. Ihr Resümee: letzte Schultage sind überall eine lustige, unterhaltsame Angelegenheit. Am Nachmittag dann ein weiterer Höhepunkt: Besuch des Klettergartens beim Rifugio Sores. Drei Stunden Abenteuer unter fachkundiger Anleitung. Dies machte allen viel Spaß. Die deutschen Busfahrer fuhren inzwischen nach Bozen zum schoppen.

Am Abend auf dem Marktplatz in Taio dann ein gemeinsames Pizzaessen. Vor Ort äußerst lecker zubereitet. Dazu deutsches Bier und italienischer Wein (nur für die Erwachsenen!) sowie andere Getränke für die Jugendlichen. Alle waren glücklich und zufrieden und … satt. Ein italienischer Cafe und selbstgebackener Kuchen rundeten das Angebot ab. Ein anstrengender aber sehr unterhaltsamer Tag neigte sich damit seinem Ende zu.
Sonntagmorgen zum Abschied ein erstes Treffen mit dem neuen Bürgermeister Stefano Cova, der eine Rede in perfektem Deutsch hielt. Auch Altbürgermeister Bruno Campedelli ließ es sich nicht nehmen, uns zu verabschieden. Mit einem kleinen Imbiss wurden wir vor dem Rathaus verabschiedet. Man verdrückte die eine oder andere Abschiedsträne und versprach, sich wieder zu sehen am Straßenfest in Heroldsberg.

Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren vor Ort: Maurizio Larcher und Giorgio Chilovi haben sich intensiv um unser aller Wohl gekümmert und uns den Aufenthalt kurzweilig und vergnüglich gestaltet. Ein Dank geht auch an die Comune di Taio, allen voran Bürgermeister Stefano Cova, welche sich äußerst großzügig gezeigt haben.

Wir freuen uns jetzt auf den Gegenbesuch Ende Juli. Wie immer wird es wieder schwer, den Italienern ebenbürtig zu sein und ihnen die gleiche Gastfreundschaft entgegenzubringen, die sie uns gewährt haben.

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