Jugendaustausch 2013 in Taio

vom 26.05. – 02.06.2013

Eine aufregende Woche bei Freunden

Nun schon zum 13. Mal stürzten sich Heroldsberger Jugendliche mit ihren Betreuer/innen ins italienische Abenteuer: eine Woche Aufenthalt bei unseren italienischen Freunden im Nonstal. 11 Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren machten sich mit den Betreuern Evi Vogel, Susanne Kolberg und Fritz Müller auf den Weg nach Italien. Nach Kälte und strömenden Regen in Deutschland erhofften wir uns strahlenden Sonnenschein in Trento.

Bereits die Zugfahrt ist für die Jugendlichen jedes Mal ein erster Höhepunkt. Kaum im EC von München nach Trento wurden die Sitze im Zug zu einer einzigen Fläche zusammengeschoben. Die nächsten 5 Stunden waren dann für die Betreuer und die anderen Mitreisenden im Waggon doch eher eine Geduldsprobe. In Trento wartete dann schon die Schmalspurbahn Richtung Taio. Dort komplettierte die Gruppe noch ein Mädchen aus Heroldsberg, welches direkt nach Trento gebracht wurde. 50 Minuten später trafen wir wie immer etwas gespannt aber doch freudig erwartungsvoll in Taio ein. Mit dem Eintreffen in Taio geht dann immer eine gewisse Schüchternheit einher, welche man sich nach den vorhergehenden Erlebnissen in den Zugabteilen gar nicht vorstellen konnte. Die Gasteltern bereiteten uns jedoch wie immer einen herzlichen Empfang um dieses erste Treffen allen zu erleichtern. Den restlichen Sonntag verbrachten dann alle in ihren Gastfamilien.

Am Montag wie an allen folgenden Morgen Treffpunkt vor der Mittelschule in Taio (7 Uhr 40). Mit den zwei gemeindlichen Kleinbussen dann die Fahrt nach Fondo, dem Hauptort im Nonstal. Dort, ausgerüstet mit Helmen und Schutzkleidung, begann dann eine ca. 1 1/2-stündige Wanderung durch den Canyon Rio Saß. Dieser Canyon ist eine Mischung aus einer tiefen langen Schlucht und einer Tropfsteinhöhle. Zwar anstrengend dafür aber sehr beeindruckend für die Jugendlichen und Erwachsenen. Den Nachmittag verbrachte man dann in den Familien. Meist traf man sich aber in Taio um gemeinsam Fußball zu spielen (Italien gegen Deutschland) oder einfach zusammen etwas zu unternehmen.

Am Dienstag der erste Schultag. Alle fanden dieses Mal den Unterricht sehr interessant. Ist doch der Unterricht in einem anderen Land doch etwas anderes. Man hat ja vor allem als Gastschüler hier keinen Lerndruck und Hausaufgaben muss man auch keine machen. Hinzu kommt, dass sich das Schuljahr in Italien Anfang Juni bereits seinem Ende zuwendet und die Kinder sich auf 3 Monate Ferien freuen. Am Nachmittag ging es mit den Kleinbussen nach Smarano. Dort hat man neben der Schule in der Turnhalle eine kleine Kletterhalle gebaut. Dort und auf dem nahegelegen Spielplatz verbrachten wir dann den Nachmittag. Außer einer angebrochenen Nase und einer blutenden Lippe gab es keine besonderen Vorkommnisse. Nur mussten wir einmal wieder die Leistungen der Klinik in Cles in Anspruch nehmen. Es ging Gottseidank noch einmal glimpflich ab.

Mittwochmorgen ging es nach San Michele d’Adige. Im dortigen Heimatmuseum bekamen wir erst einmal eine Führung durch die Heimatgeschichte des Trentino. Viel bäuerliches Gerät, welches die Erwachsenen von uns noch aus unserer frühen Kindheit kannten. Zum Abschluss durfte sich dann jeder mit einem alten Prägegerät ein Stück Kupferblech prägen – nach eigenen Entwürfen. Dies war dann auch das wichtigste Mitbringsel von dieser Reise. Am Nachmittag war dann wieder Italien – Deutschland auf dem Spielplatz in Taio angesagt.
Donnerstagvormittag dann Stadtführung in Trento. Die Stadtführerin ging ganz auf die Bedürfnisse der Kinder ein. Zum Abschluss dann noch ein Besuch des Schlosses und größten Museums weit und breit Schloss Buon Consiglio. Auf den Türmen hat man eine tolle Übersicht über Trento. Der Nachmittag war dann mehr eine sportliche Herausforderung – Wanderung nach San Romedio, dem Wallfahrtsort im Trentino. Hunderte von Treppenstufen sind am Schluss noch zu bewältigen, um dann ganz oben in die oberste Kapelle zu gelangen. Die sportliche Leistung wird mit einer wunderschönen Anlage belohnt, welche komplett in Fels gemeißelt ist. Freitagvormittag wieder Schule in Taio. Am Nachmittag ging es mit den Kleinbussen nach Lavis, einem Vorort von Trento. Dort die beste Eisdiele weit und breit – jedenfalls nach Einschätzung unserer italienischen Gastgeber. Das Eis schmeckte fantastisch, die Rechnung übernahmen unsere italienischen Gastgeber. Da schmeckt das Eis dann noch viel besser. Für die Rückfahrt nahmen wir dann mit die Schmalspurbahn Trento Male.

Am Samstag konnten alle ein wenig länger schlafen. Pünktlich um 11 Uhr trafen wir uns alle im Auditorium der Mittelschule von Taio. Dort war großes Konzert angesagt. Eine Violingruppe, Christian Bauer aus Heroldsberg und der Heroldsberger Posaunenchor. Nur schade, dass die Politiker wieder einmal so viel reden mussten. Dadurch kam die Musik viel zu kurz. Am Nachmittag im Klettergarten des Refugio Sores konnten alle ihren Mut beweisen. Erschöpft von der Anstrengung aber glücklich den Parcours bewältigt zu haben ging es am Abend zurück nach Hause. Jedoch war der Tag noch nicht zu Ende. So trafen wir uns alle um sechs auf dem Sportplatz in Taio zur Einweihung der neuen Kunstrasenplätze. War aber doch ein bisschen langweilig. Als Entschädigung gab es dann für alle ein leckeres Abendessen.

Sonntagmorgen der Abschied in der Pizzeria in Taio. Man tauschte Grußbotschaften aus und nahm noch einen kleinen Imbiss. Die frischen Pizzen und die Bruscetti schmeckten hervorragend. Mit den Kleinbussen der Gemeinde ging es dann nach Trento zum Bahnhof. Noch eine Verabschiedung am Bahnsteig, schon war der EC nach München da. Die Abteile waren wieder schnell erobert. Dann die Durchsage im Zug: “Wegen eines Murenabgangs in Kufstein fährt dieser Zug nur bis Kufstein. Dort warten Busse, welche die Fahrgäste nach Kiefersfelden zum Bahnhof bringen. Dort wartet dann der EC nach München“. In Kufstein dann das blanke Chaos. Jeder versuchte einen Platz in den wartenden Bussen zu ergattern. Als Gruppe fällt so etwas natürlich besonders schwer. Kaum waren alle Jugendliche im Bus schloss der Fahrer die Türen. Kinder im Bus, baff erstaunte und erzürnte Betreuer vor dem Bus. Nach 50 Metern hielt der Bus dann an, alle Fahrgäste stiegen wieder aus. Kommentar des österreichischen Busfahrers: „ I hob etz a Pausn.“ Glücklicherweise kam dann ein Linienbus, dessen Fahrer sich bereit erklärte uns nach Kiefersfelden zu fahren. Dort wollten wir wieder in unsere reservierten Abteile. Die waren dann aber schon voll belegt. So verbrachten wir den Weg bis München auf den Notsitzen in den Fluren des Zuges. In München wollten wir dann gerade in den ICE nach Nürnberg einsteigen als die Durchsage kam: „ Dieser Zug ist wegen eines Triebwerkschadens wieder zu verlassen.“ Das war alles an Information. Da wir nur bis Nürnberg fahren mussten, konnten wir noch Plätze in einem anderen ICE ergattern und kamen dann mit insgesamt zwei Stunden Verspätung in Nürnberg an. So ging eine abenteuerliche Rückreise noch gut zu Ende. Und wir hatten dabei noch großes Glück: unser Zug bis Kufstein war der letzte Zug, der an diesem Tag noch gefahren ist. Ansonsten hätten wir eine weitere Nacht in Taio verbringen dürfen.

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