Jugendaustausch 2014 in Taio

vom 15.06. – 22.06.2014

Abwechslungsreiche Tage in Taio

Sonntagmorgen, 8 Uhr 02 am Hauptbahnhof Nürnberg. Sechs Jungen und zwei Mädchen machten sich mit ihren Betreuern auf den Weg nach Italien in die Partnergemeinde Taio im Trentino. Unspektakulär die Anreise. Pünktliche Züge garantierten dafür, dass alle um 15 Uhr am Bahnhof in Taio ankamen. Dort gab es für viele ein erstes Kennenlernen, da sich doch einige neue Familien am Jugendaustausch beteiligten. Ungewöhnlich, dass dieses Mal viel mehr Jungen als Mädchen das immer wieder neue kleine Abenteuer Italien wagten. Alle waren in großer Erwartung auf ihr neues Zuhause, welches für eine Woche ihr Leben bestimmen sollte. Der erste Abend in den Familien verlief deshalb auch mit einer gewissen Neugier aber problemlos. Am allerbesten fanden jedoch alle, dass auch in Italien die Schulferien bereits begonnen hatten und alle ganz entspannt einer abwechslungsreichen Woche entgegensehen konnten.

Am Montag war erst einmal ausschlafen angesagt. Am Nachmittag dann das erste Event. Mit den gemeindlichen Kleinbussen (die örtlichen Seniorfahrer Schuhmacher und Vettel hatten noch Rosberg dazu bekommen) ging es in die Berge zur Talstation der Paganella-Gruppe. Dort gibt es seit einiger Zeit eine Rennbahn mit Elektro-Go-Karts. Der Untergrund simuliert eine Eis-Rennstrecke. Voller Begeisterung stürzten sich Jugendliche und Erwachsene auf die Go-Karts. Aber zuerst eine kleine Einweisung am Gerät. Ausgerüstet mit echten Rennfahrerhelmen machten dann alle die Bahn für fast zwei Stunden unsicher. Auf dem Rückweg wurde dann am wunderschönen See von Molveno haltgemacht. Hier wurde in den letzten Jahrzehnten eine tolle touristische Infrastruktur geschaffen, die vor allem Familien anspricht.

Dienstagmorgen fuhren wir mit dem Zug nach Trento. Nach einem etwas längeren Spaziergang erreichten wir das neue Museum von Trento. Hier wird die Geschichte der Menschheit über viele Stationen gezeigt. Sonderausstellungen ergänzen das Programm. Außerdem gibt es einen größeren Spielebereich, in dem sich vor allem Jugendliche austoben können. Nach einem weiteren Spaziergang landeten wir schließlich in der Innenstadt in Trento. Dort gab es dann im Duo Gigante Pizza satt für alle. Es blieb dann auch tatsächlich noch Zeit für einen Einkaufsbummel in Trento. Immer wieder überrascht die Schönheit und Vielfältigkeit dieser Stadt, von der man ansonsten immer auf dem Weg nach Süden nur einen kurzen Blick von der Autobahn aus erhascht.

Mittwoch konnten wieder alle ausschlafen. Am Nachmittag brachten uns dann die Kleinbusse an den Tovelsee. Jedes Jahr ein absolutes Muss. Dieser wunderschöne Bergsee auf 1200 m Höhe mit seiner mysteriösen Geschichte fasziniert auf seine ganz eigene Weise. In einer guten Stunde ist er umrundet, bietet nach der Hälfte der Wanderung einen schönen Strand. Dieser Badestrand lädt aber nur ganz Hartgesottene zum Baden ein. Beträgt doch die Außentemperatur auch im Sommer kaum 20 Grad bei einer Wassertemperatur von 12 – 13 Grad. Da überlegt man sich das Baden zweimal. Trotzdem wagten sich ein paar Jugendliche hinein und fanden sich ganz toll ob ihres heroischen Aktes.

Am Donnerstag wieder ein Ganztagesausflug. diesmal auf den Bauernhof von Angela in Trez. Ihr Mann, Orlando, zeigte uns, wie man Käse und Ricotta macht. Für viele von uns etwas ganz Neues. Den Ricotta, eigentlich ein Abfallprodukt der Käseherstellung, bekamen wir dann zum Mittagessen zu unseren Nudeln mit Tomatensauce. Alles frisch zubereitet von Angela. Dazu jede Menge Salat. Ein gesundes vegetarisches Mittagessen. Nach dem Mittagessen durften dann alle mit den Pferden, welche auf dem Hof von Angela und Orlando leben, durch die Apfelplantagen reiten. Da gerade die Kirschen reif waren, gab es am Nachmittag auch noch eine ordentliche Portion frische Kirschen für alle. Garantiert nicht gespritzt! Dazu noch selbstgebackener Kuchen.

Der Freitag war dann wieder zuerst vom Ausschlafen geprägt. Nachmittags fuhren wir dann mit den Kleinbussen über Trento weiter nach St. Massenza. Dort gleich hinter dem Stausee liegt das größte Wasserkraftwerk des Trentinos. Man erwartete uns schon zur Besichtigung. Zuerst ging es „a piedi“ ca. 500 m geradeaus in den Berg hinein. Hier wurde uns die Entstehungsgeschichte des Kraftwerks gezeigt. Mitten im Berg dann die Turbinen. Angetrieben vom im Rohrsystem herabstürzenden Wasser des Molveno-Sees, 600 m weiter oben, wird hier ökologisch Strom erzeugt, welcher dann von Santa Massenza aus in ganz Norditalien verteilt wird. Unsere Jugendlichen durften in der Steuerungszentrale dann auch mal das ganze System im Simulationsbetrieb steuern. Eine tolle Sache.
Samstag dann Picknick auf der Predaia. Oberhalb von Smarano grillten und kochten unsere Gastgeber für uns im Wald ein opulentes Mittagessen mit Lamm, Rind, Schwein und einer schmackhaften Polenta. Dazu konnten sich alle auf den Wiesen nach Herzenslust austoben. Am Nachmittag dann einer der Höhepunkte: Action im Kletterpark beim Rifugio Sores. Mehrere Stunden vergnügten sich Jugendliche und Erwachsene zwischen den Bäumen bis zur fast völligen Erschöpfung beim Klettern, durch die Lüfte schwingen, am Seil hängend den Parcour bewältigen. An diesem Abend waren alle dann so richtig müde.

Die Woche verging wie im Fluge. Am Sonntagvormittag die Verabschiedung in der Pizzeria Panorama in Taio. Bei Pizza und Bruscetta sagte man sich gegenseitig Danke. Mit den Kleinbussen ging es dann nach Trento zum Bahnhof. Nach vielen Jahren hatten wir mal wieder eine problemlose Rückreise nach Deutschland. Insgesamt gesehen war es einer der schönsten Besuche in Taio. Er wird uns sicher lange in Erinnerung bleiben.

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