Jugendaustausch 2015 in Taio

vom 31.05. – 07.06.2015

Bella Italia.

Schon zum 15. Mal fand der einwöchige Jugendaustausch zwischen Heroldsberg und Taio jetzt Predaia statt. 20 Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren, davon 16 zum ersten Mal, und die Betreuer Evi Vogel, Susanne Kolberg und Fritz Müller wagten die aufregende Reise in die Heroldsberger Partnergemeinde.

Der Abschied am Hauptbahnhof Nürnberg war doch etwas aufgeregter als sonst, schließlich waren die eine oder der andere mit dabei, welche überhaupt das erste mal allein in die „Fremde“ fuhren.

Nach einer aufregenden Fahrt (Bahngleisänderung in München extra für uns um den Anschlusszug zu erreichen) trafen wir wie immer etwas gespannt aber doch freudig erwartungsvoll in Taio ein. Den restlichen Sonntag verbrachten alle in ihren Gastfamilien – ein erstes Beschnuppern, ein erster Kontakt mit der regionalen Küche.

Der Montagvormittag stand ganz im Zeichen der Familien. Nachmittags ein erster Ausflug nach Fondo in den Canyon Rio Sass. Die Führung war zwar wie immer anstrengend doch auch interessant und erlebnisreich. Dafür sorgte schon die Führerin aus Fondo, eine gebürtige Fürtherin.

Am Dienstag hatte Italien Nationalfeiertag. Dass hieß, die Eltern hatten alle Zeit der Welt und es gab die verschiedensten „Familienprogramme“.

Am Mittwoch begann der Ernst des Lebens. Ein erster Schulbesuch mit vielen neuen Eindrücken, wie Schule in Italien ist, stand auf dem Programm. Nachmittags fuhren wir dann mit den gemeindlichen Kleinbussen in die Berge nach Andalo. Dort bewiesen alle ihre Fertigkeiten im Go-Kart-Fahren. Tagessieger wurde aber kein Italiener sondern unser Toni, der souverän Piste und Gegner beherrschte.
Donnerstagmorgen ein Ausflug in die Geschichte. Einem steilen Anstieg hinauf auf Castel Thun folgte eine Audio-Führung durch die teils auch deutsch-italienische Geschichte. Belohnt wurde die Anstrengung durch einen wunderbaren Blick von Castel Thun auf das Nonstal. Nachmittags war ein Ausflug an den Tovelsee angesagt. Am kleinen Kiesstrand nutzten dann einige das schöne Wetter und stürzten sich in die Fluten dieses eiskalten Gebirgssees (1200 m Höhe über Null). Einige meinten, dies in voller Montur machen zu müssen. Leider hatten sie vergessen, Kleidung zum Wechseln mitzunehmen. Jedoch der herrliche Sonnenschein trocknete die Kleidung im Nu.

Am Spätnachmittag Ankunft des Busses aus Heroldsberg mit über 40 Teilnehmern. Zum Abendessen stießen dann so manche Italiener dazu. Einige deutsche Familien wurden spontan in die italienischen Gastfamilien eingeladen.

Am Freitagmorgen gab es wieder Schule. Auch diese Aufgabe erfüllten die deutschen Jugendlichen zur vollen Zufriedenheit – der Betreuer. Nachmittags in den Familien viele Aktivitäten verschiedenster Art. Deshalb konnten sich die Betreuer (italienische und deutsche) an diesem Tag auch ganz den Gästen aus Heroldsberg widmen. Mit dem Bus ging es zum Gardasee nach Malcesine. Dort Besichtigung der Burg mit anschließendem Imbiss. Daran schloss sich dann eine Schifffahrt auf dem Gardasee bis Riva an. Mit dem Bus ging es weiter nach Sarche. Dort wartete die Familie Pisoni in ihrem Weingut bereits auf die deutschen Gäste. Die Weinprobe mit Vesper wurde von unseren italienischen Gastgebern übernommen. Frohgelaunt kamen alle zurück ins Hotel, wo noch ein langer Abend folgte.

Samstag ging es mit dem Zug nach Trento zum einkaufen. Das letzte Taschengeld wechselte den Besitzer und fast alle erstanden ihre Mitbringsel für Eltern und Geschwister zuhause. Obligatorisch am Nachmittag schon der Besuch im Sores-Park. Ein seit einigen Jahren neben dem Rifugio Sores (die erste Unterkunft für uns Heroldsberger vor zwanzig Jahren beim ersten Besuch) errichteter Klettergarten. Jedes Jahr ein kleines High-Light für unsere Jugendlichen.

Die Busfahrer mussten derweil die Gegend zu Fuß erkunden. Eine Wanderung nach San Romedio von Coredo aus sorgte wieder für einen klaren Kopf. Zur Belohnung gab es dann am Stausee von St. Guistina eine typisch italienische Pizza. Am Nachmittag noch der Besuch des naturkundlichen Museums in St. Michele d’Adige. Hier ist die gesamte Geschichte der Gegend dokumentiert.
Am späten Nachmittag traf man sich im neuen Oratorium in Taio mit allen Verantwortlichen zum Meinungs- und Grußaustausch. Erstmals stellte sich auch der neue Bürgermeister der Gemeinde Predaia, Paolo Forno vor. Er versprach, die Partnerschaft auch in der Großgemeinde so weiterzuführen, wie wir es kennen. Bei Schnittchen und Wein wurden dann bereits neue Pläne für die Partnerschaft geschmiedet.

Sonntagmorgen der Abschied: auch dieses Mal gab es wieder Abschiedstränen. Man versprach sich wieder zu sehen am Straßenfest in Heroldsberg. Auch im nächsten Jahr wollen fast alle wieder dabei sein, wenn es heißt: Wiedersehen in Bella Italia.
Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren vor Ort: Lina, Laura, Christina, Maurizio und vor allem Giorgio, dem Mann der ersten Stunde. Ihr habt uns eine tolle Woche bereitet!

P.S.: Gottseidank wurden wir dieses Mal weitgehend von der italienischen Krankheit verschont. Es traten nur ganz leichte Fälle von „Nostalgia“ zu deutsch „Heimweh“ auf.

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